Matratze durchgelegen: Ursachen, Folgen und Soforthilfen
Guter Schlaf ist wie ein Reset-Knopf für Körper und Geist. Trotzdem wachen viele morgens verspannt, müde oder mit Rückenschmerzen auf. Laut einer Studie leidet rund ein Drittel der Deutschen regelmäßig unter Schlafproblemen. Oft werden Stress oder unregelmäßige Schlafgewohnheiten als Ursache vermutet, doch ein Faktor wird häufig unterschätzt: die Matratze. Viele denken zunächst an das Bettgestell, übersehen aber, dass gerade die Matratze selbst entscheidend für guten Schlaf ist.
Wenn Du beim Hinlegen das Gefühl hast, in eine Kuhle zu rutschen, Dich beim Umdrehen kaum bewegen kannst oder der Rücken morgens schmerzt, ist das ein typisches Zeichen dafür, dass Deine Matratze ihre Stützkraft verloren hat. Unter der ständigen Belastung bilden sich Vertiefungen, und Dein Körper liegt zunehmend in ungünstigen Positionen – mit spürbaren Folgen für Wirbelsäule, Muskulatur und Dein allgemeines Wohlbefinden.
Doch ab wann gilt eine Matratze wirklich als durchgelegen und was kannst Du tun, um wieder komfortabel und erholt zu schlafen? Genau das klären wir jetzt!
Warum entstehen Kuhlen in der Matratze?
Jede Matratze wird Nacht für Nacht belastet. Mit der Zeit gibt das Material an den Stellen nach, an denen Du am häufigsten liegst. Besonders weichere Matratzen oder Modelle minderer Qualität entwickeln schneller eine Kuhle, da sie weniger Rückstellkraft besitzen. Auch Dein Schlafverhalten, Körpergewicht und ein ungeeigneter Lattenrost können dazu beitragen, dass sich das Material ungleichmäßig absenkt.
Leichte Kuhlen sind allerdings normal. Sie zeigen, dass sich die Matratze Deinem Körper anpasst. Problematisch wird es erst, wenn die Kuhle tief oder ungleichmäßig ist und den Rücken nicht mehr ausreichend stützt. Dann spricht man von einer durchgelegenen Matratze. Besonders anfällig sind Matratzen, die nicht regelmäßig gewendet werden, auf denen Kinder herumspringen oder die tagsüber als Sitzgelegenheit genutzt werden.
Tipp: Die durchschnittliche Lebensdauer einer Matratze liegt bei 5–10 Jahren. Regelmäßige Pflege kann sie verlängern, aber irgendwann ist ein Austausch unumgänglich.
Anzeichen für eine durchgelegene Matratze
Es gibt eindeutige Signale, die Dir zeigen, dass Deine Matratze nicht mehr richtig unterstützt:
- Spürbare oder sichtbare Vertiefungen, besonders im Becken- oder Schulterbereich. Sobald eine Kuhle tiefer als 2,5 cm ist, gilt die Matratze als durchgelegen.
- Rückenschmerzen, Verspannungen oder steife Muskeln nach dem Aufstehen. Dein Körper wird nicht mehr optimal gestützt, die Wirbelsäule liegt ungünstig.
- Durchhängende Mitte oder ungleichmäßige Oberfläche, oft mit harten und weichen Stellen.
- Verstärkte Geräusche wie Knarren oder Quietschen, die auf abgenutzte Materialien oder Federn hinweisen.
Endgültiger Austausch: Woran Du erkennst, dass die Matratze durch ist
Spätestens, wenn trotz aller Maßnahmen die Kuhle erhalten bleibt, die Matratze durchhängt, quietscht oder Du morgens mit Rückenschmerzen aufwachst, ist ein Austausch unvermeidlich. Denn guter Schlaf ist nicht verhandelbar und eine durchgelegene Matratze kann langfristig gesundheitliche Probleme verstärken.
Fazit: Guter Schlaf beginnt bei der richtigen Matratze
Eine durchgelegene Matratze kann Deinen Schlaf massiv beeinträchtigen, ohne dass Du es sofort merkst. Die Folgen reichen von morgendlichen Rückenschmerzen und Muskelverspannungen bis hin zu langfristigen Problemen mit der Wirbelsäule und Haltung. Gleichzeitig leidet Dein allgemeines Wohlbefinden, wenn der Körper nachts nicht optimal gestützt wird.
Die gute Nachricht: Du musst die Situation nicht einfach hinnehmen. Schon kleine Maßnahmen wie das Wenden und Drehen der Matratze oder der Einsatz eines Toppers können die Belastung gleichmäßiger verteilen und den Komfort spürbar verbessern. Diese Maßnahmen verschaffen Dir wertvolle Zeit, um Dich auf eine dauerhafte Lösung vorzubereiten. Langfristig lohnt sich jedoch ein Blick auf die Qualität, den Härtegrad und die richtige Unterstützung durch den Lattenrost, um neue Kuhlen von vornherein zu vermeiden.
Denke daran: Guter Schlaf ist kein Bonus, sondern essenziell. Wenn Du morgens regelmäßig verspannt, müde oder mit Schmerzen aufwachst, liegt das möglicherweise nicht an Dir, sondern an dem, worauf Du schläfst. Sorge dafür, dass Dein Körper die Unterstützung und Entlastung bekommt, die er benötigt, denn nur so kannst Du erholt, leistungsfähig und gesund durch den Tag gehen.
Quellen
Glos, M., Ossadnik, S., Lederer, K. et al. Einfluss der Schlafumgebung auf die Schlafqualität bei Gesunden: Untersuchung eines neuartigen Zweimatratzensystems. Somnologie 27, 241–247 (2023). https://doi.org/10.1007/s11818-023-00427-2