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Rückenschmerzen vom Sitzen: Warum Dein Alltag Deinem Rücken schadet

Im Durchschnitt verbringen wir täglich rund 10 Stunden und 13 Minuten im Sitzen – so das Ergebnis einer Studie der Deutschen Krankenversicherung. Auf den ersten Blick mag das harmlos klingen, doch unser Bewegungsapparat wird dadurch stark belastet. 

Sitzen zieht sich wie eine roter Faden durch unseren Alltag: der erste Kaffee am Küchentisch, der Weg zur Arbeit im Auto oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln, stundenlanges Arbeiten am Schreibtisch und schließlich die abendliche Entspannung auf der Couch. Unser Körper ist nicht dafür gemacht, über Stunden hinweg in derselben Position zu verharren. Bleibt der nötige Bewegungsausgleich aus, machen sich schnell Rückenschmerzen, verspannte Muskeln, eingeschränkte Beweglichkeit oder ein dauerhaftes Ziehen im unteren Rücken bemerkbar.

In diesem Artikel erfährst Du, wie Rückenschmerzen durch langes Sitzen entstehen, warum besonders der Hüftbeuger dabei eine zentrale Rolle spielt und was Du konkret tun kannst, um Deinen Rücken zu entlasten und Schmerzen präventiv vorzubeugen.

Warum entstehen Rückenschmerzen nach dem Sitzen?

Evolutionär betrachtet sind wir Läufer, Kletterer, Jäger und Sammler. Unser Körper ist somit für Bewegung gemacht. Doch unser moderner Alltag zwingt uns in eine Position, die unserem Bewegungsapparat auf Dauer zusetzt.

Langes Sitzen bringt Deine Muskulatur aus dem Gleichgewicht

Ob im Büro oder Hörsaal – heutzutage verbringen viele von uns täglich mehrere Stunden im Sitzen. Dabei ist der Körper meist leicht nach vorne gebeugt, was vor allem den Hüftbeuger stark belastet – ein Muskel, der die Hüfte und den unteren Rücken miteinander verbindet. Bleibt er dauerhaft verkürzt, kippt das Becken nach vorne und erhöht die Spannung im unteren Rückenbereich. Fehlt zudem der regelmäßige Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Bewegung, kann genau das Rückenschmerzen verursachen.

Muskelverspannung im unteren Rücken

Während der Hüftbeuger beim Sitzen dauerhaft unter Spannung steht, kommt die restliche Rückenmuskulatur kaum zum Einsatz. Sie verliert zunehmend an Kraft, während andere Muskeln versuchen, diesen Zustand auszugleichen. Die ungleiche Verteilung führt dazu, dass sich Verspannungen im unteren Rücken langsam aufbauen – oft unbemerkt, bis sie im Alltag deutlich spürbar werden.

Auch das umliegende Bindegewebe, die Faszien, leidet unter Bewegungsmangel. Es verliert an Elastizität, verhärtet und schränkt die Beweglichkeit ein.

Homeoffice, Stress und schlechte Sitzgewohnheiten

Im Homeoffice verschärfen sich diese Effekte oft noch: Ein improvisierter Arbeitsplatz am Küchentisch, wenig Bewegung und lange Bildschirmzeiten belasten den Rücken zusätzlich. Hinzu kommt mentaler Stress, der die Muskeln unbewusst angespannt hält. Kein Wunder, dass Rückenschmerzen mittlerweile zu den häufigsten Beschwerden der deutschen Bevölkerung gehören.

Effektive Tipps gegen Rückenschmerzen vom Sitzen

Sind Rückenschmerzen erst einmal da, fühlen sich selbst kleinste Bewegung unangenehm an. Doch Du bist ihnen nicht hilflos ausgeliefert! Mit der richtigen Mischung aus Bewegung, Entspannung und gezielten Tools kannst Du Deinem Rücken aktiv Erleichterung verschaffen.

Dehnübungen für Rücken und Hüfte

Gezielte Dehnübungen können helfen, verkürzte oder steif gewordene Muskeln durch langes Sitzen zu lockern und die Beweglichkeit wieder zu verbessern. Vor allem sanfte Yoga-Übungen, die Hüfte und Rücken ansprechen, haben sich bewährt:

Die Kobra

Ablauf: Begib Dich zunächst in Bauchlage. Deine Beine liegen dicht nebeneinander. Die Fußrücken sind auf der Matte abgelegt. Deine Stirn berührt sanft den Boden. Stelle Deine beiden Hände seitlich neben Deiner Brust auf. Die Ellenbogen bleiben dabei dicht am Körper. Drücke Dich nun aus dem Rücken nach oben. Der Blick geht nach vorn. Der Kopf bildet eine Linie mit Deinem Körper. Achte darauf, Deine Schultern nicht hochzuziehen.

Vorteil: Öffnet die Brust, dehnt die Wirbelsäule und entspannt den unteren Rücken.

Die Katze/Kuh

Ablauf: Stell Dich in den Vierfüßlerstand auf den Boden, sodass Knie und Handgelenke etwa schulterbreit voneinander entfernt sind. Die Handgelenke sind unter der Schulter, die Knie unter den Hüftgelenken. Atme nun ein, strecke Deinen Bauch Richtung Boden und Dein Steißbein nach hinten-oben. Halte die Position für ein paar Sekunden und atme dann langsam aus und drücke Deinen Rücken in die Form eines Katzenbuckels. Der Bauchnabel zieht nach innen, die Schulterblätter gehen auseinander, der Kopf zieht zur Brust und der Nacken wird rund. Wiederhole die beiden Positionen abwechselnd für ein paar Minuten.

Vorteil: Lockert Verspannungen im unteren Rücken und fördert die Beweglichkeit.

Das Krokodil

Ablauf: Lege Dich auf den Rücken und stelle Deine Beine vor Deinem Gesäß auf. Deine Arme liegen seitlich vom Körper gestreckt und die Handflächen zeigen nach oben. Lasse dann Deine Knie zur linken Seite sinken. Der Kopf dreht in die entgegengesetzte Richtung. Halte diese Position für ein paar Minuten. Wiederhole die Übung dann auf der anderen Seite.

Vorteil: Fördert die Beweglichkeit aufgrund der sanften Wirbelsäulenrotation

Wärmeanwendungen für mehr Entspannung

Wärme ist ein allseits bekanntes Mittel gegen Rückenschmerzen. Sie regt die Durchblutung an, lockert verspannte Muskeln und reduziert die Spannung im Rücken. Ein heißes Bad, Wärmekissen, Wärmeauflage oder klassische Wärmflasche können besonders abends oder nach einem langen Arbeitstag helfen, den Rücken bewusst zu entspannen und Verspannungen zu lösen.

Faszientraining

Auch Faszientraining kann bei Rückenschmerzen Abhilfe schaffen. Mit ein paar einfachen Übungen kannst Du das verhärtete Bindegewebe wieder auflockern.

So geht’s:

  1. Setze Dich auf den Boden und winkel Deine Beine an.
  2. Lege die Faszienrolle RYZR Roll Soft oder den Faszienball RYZR Peanut unter Deinen unteren Rücken.
  3. Hebe langsam Dein Gesäß an und rolle Deinen Rücken behutsam aus. 

Hinweis: Wenn die Übung auf dem Boden zu intensiv sein sollte, kannst Du sie auch im Stehen an einer Wand durchführen. Regelmäßiges Rollen löst nicht nur Verklebungen im Bindegewebe, sondern verbessert gleichzeitig die Beweglichkeit und fördert die Durchblutung. Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Anwendung findest Du in unserem Faszienrollen-Übungsguide.

Vorbeugen statt lindern: Präventionsmaßnahmen für einen gesunden Rücken

Noch besser als Schmerzen zu mindern, ist es natürlich, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Schon ein paar einfache Gewohnheiten und gezielte Bewegung können Deinem Rücken helfen und Beschwerden langfristig vorbeugen.

Bewegung im Alltag integrieren

Du musst nicht jeden Tag ein intensives Workout absolvieren. Viel wichtiger ist, regelmäßig in Bewegung zu bleiben: Nimm die Treppe statt den Aufzug, gehe kurze Wege zu Fuß oder plane bewusst kleine Bewegungspausen ein. Jeder Schritt zählt und entlastet Deinen Rücken spürbar.

Sitzposition häufig wechseln

Vergiss den Mythos vom „perfekten Sitzen“. Viel wichtiger als die ideale Haltung ist Abwechslung. Stehen, ein Bein überschlagen, im Schneidersitz sitzen oder kurz kniend auf dem Stuhl – erlaubt ist alles, was sich gut anfühlt und Deinen Körper in Bewegung bringt.

Bewegung während der Arbeitszeit

Auch am Arbeitsplatz solltest Du aktiv bleiben. Stehe mindestens einmal pro Stunde für fünf Minuten auf, gehe durchs Büro oder die Wohnung, halte Meetings im Stehen oder baue kurze Dehnübungen ein. Kleine Pausen können langfristig viel für Deinen Rücken bewirken.

Sport und Rückenübungen

Wenn Dein Alltag viel Sitzen erfordert, kannst Du mit Yoga, Krafttraining und Core-Übungen einen Ausgleich schaffen. Denn eine starke Rückenmuskulatur stützt Wirbelsäule und Becken, verbessert Deine Haltung und reduziert die Belastung im Alltag.

Fazit: Rückenschmerzen vom Sitzen erkennen und aktiv vorbeugen

Wenn Du viel sitzt und Dich gleichzeitig wenig bewegst, macht sich Dein Körper früher oder später oft in Form von Rückenschmerzen bemerkbar. Diese Schmerzen sind ein Warnsignal Deines Körpers: Er möchte Dir zeigen, dass er Ausgleich braucht.

Du kannst selbst aktiv werden – durch Bewegung, gezielte Übungen, Wärmeanwendungen, Faszientraining oder eine entspannende Selbstmassage. Mit bewussten Pausen, kleinen Bewegungseinheiten und einer starken Muskulatur kannst Du Deinen Rücken wieder entlasten und schützt ihn langfristig vor negativen Folgen vom langen Sitzen.

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